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Wirtschaft und christliche Verantwortung

"Für dieses Konferenz war das Thema ´Wenn Armut die Menschenwürde untergräbt´ geplant. Sie ist nach Bitte der holländischen Partnern  geändert worden. Wir haben die zwei Themen zusammengefasst und werden uns mit ihnen an diesem Konferenz beschäftigen“ - sagte László Kallay der erste Vorsitzender der Stiftung in seinen Einführungsworten.

Die überall aufgetretene und erschienene soziale und wirtschaftliche Differenzen haben unsere Stiftung dazu bewegt, innerhalb einer Konferenz unsere christliche Verantwortung diesbezüglich zu besprechen.

"Es ist eine Ehre für die Repräsentanten der SGP mit der Stiftung Studium Academicum darüber zusammen nachdenken zu können, welche Wirkungsmöglichkeiten die  Christen in diesem Bereich haben.“ - übermittelte die Begrüßung der SGP Jan A. Schippers, der Leiter der holländischen Delegation.  

In der vorherigen Woche haben die Repräsentanten des Holländischen Außenministeriums zusammen  mit den Repräsentanten der SGP die Zusammenarbeit mit der Stiftung Studium Academicum als positiv bewertet. Das Außenministerium hat den SGP darüber gesichert, dass sie solche (mit der Stiftung Studium Academicum gemeinsam organisierte) Seminaren weiterhin unterstützen werden.

Szatmári Elemér - der Zweitvorsitzender der Stiftung - hat uns mit den Worten des Evangeliums von Johannes 12,4-8 daran erinnert: Jede Epoche produziert seine Armut, seine arme Menschen. Die einzige Frage ist es, wie wir mit den Armen umgehen sollen? So, wie es Judas getan hat? ("Warum hat man dieses Salböl nicht verkauft? Man hätte dreihundert Dinare dafür bekommen und das Geld den Armen geben können." Er sagte das nicht etwa, weil er sich um die Armen sorgte, sondern weil er ein Dieb war. Er verwaltete die gemeinsame Kasse und bediente sich daraus.“ 12, 5-6)

In seinen Schlussworten hat er mit Überzeugung festgestellt: es gibt einen Punkt aus der Sicht der Ewigkeit, wo wir Verschwender sein dürfen. Der Punkt soll bei unser Respektsausdruck Gott gegenüber begründet sein, unabhängig von unserer gesellschaftliche Situation, oder gesellschaftlicher Tat.

Dr. Kozma Zsolt - pensionierter Theologieprofessor -der Bitte unserer Stiftung entsprechend, hat in seinem Referat "Die Armut unter der fürsorgliche Macht Gottes“ mit der theologischen Einführung dem Thema gedient. 

Er hat drei biblisch begründete Punkte hervorgehoben. In ihnen drückt sich die fürsorgliche Liebe Gottes aus:

1. Gott gibt mildernde Bestimmungen in Interesse der Armen.

2. Gott verurteilt den den Armen gegenüber ausgeübten Missbrauch.

3. Gott befehlt die Mithilfe der Armen, mit einem theologischen Begriff der Diakonie.

Seine Feststellung lautete wie eine Warnung: "Ich würde die aktuelle Situation mit dem Begriff trottendes Moral sinnlich machen. Die große politische, wirtschaftliche oder allgemeine strukturelle Wendungen sind nicht von moralischen Sicht gefolgt. Dies können wir sowohl im unserem Land wie auch in unserer Kirche sehen. Aber ich denke jetzt in globalen Maßen. Wenn zum Beispiel, nach der Beendung der großen Rüstung, Gelder zu Verfügung freigestellt werden können, sollten die für die Hilfe der armen, der richtig armen Länder verwendet werden. Ich weiß, dass es die Vereinfachung der Dinge ist, und glaube dennoch, dass die reichen Länder irgendwie an ähnlichen Aktionen denken sollen.“

Mózes Áron - Manager, Ratgeber - hat die Zuhörerschaft durch seinem Referat "Die Managementweise der Änderungen in der Kirche, in deren Instituten und in den Gemeinden“ zur einer professionelle Denkweise angeregt.    

Wenn die Kirche mit seiner ganzen Struktur gegen die Armut auftreten möchte, dann ist die seriöse Vorbereitung der strategischen Schritten, deren kontinuierliche Prüfung, und die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Situation unvermeidbar. Es muss alles wahrgenommen werden, was in einer positiven oder negativen Sinne die Armut beeinflusst und dementsprechend muss eine nachvollziehbare Wirkungsplan vorbereitet und erfüllt werden.

"Ich finde es bemerkungswert und sehr wichtig - sagte ein Partizipant - dass, wie Herr Professor Kozma sagte, wenn in der Gesellschaft die "Rechten“ oder die  "Linken“, unabhängig von den politischen Brandmarken, einige Sachen mit christlicher Konsequenz ausdrucken und vertreten würden.“

Es ist die Zeit gekommen, wo die Kirche die die außer seiner Wirkung stehende politische und sonstige Taten zur Seite lägt, und seiner originellen Sendung nachkommt, und seine originale Aufgabe erfüllt. Unter diesen steht die Obsorge der Armen des Volkes und der Kirche - sagte mit bittender Schlüssigkeit der pensionierte Pfarrer.

"Es ist nicht immer einfach zu entscheiden wer die Armen sind, da manchmal die Benötigten ihr Schicksal mit viel Demut akzeptieren, die Reichen aber mit den Beschwerde nicht aufhören.“- lautete eine andere Bemerkung.  

Nach einer kurzen Pause folgten die Vorträge der holländischen Gastreferenten.

Jan A. Schippers - Repräsentant SGP - hat einen Vortrag mit dem Titel  "Der Wert des Geldes? Liberale Wirtschaft christlichen Werten“ gehalten.

Seine Meinung nach, behaupten die liberale Wirtschafts-Repräsentanten, dass wirtschaftlich gesehen egal ist, ob jemand Christ ist oder nicht. Das ist aber nicht wahr, da auch in der Wirtschaft die Ethik und die christliche Lebenssichtweise ihren Platz haben muss. Er hat anhand vier wirtschaftlichen Begriffe auf die christliche Verantwortung aufmerksam gemacht: die Produktion, der Umtausch, die Verteilung, der Verbrauch.

Er hat mit seinem vollem christlichen und politischen Bewusstsein die Folgerung gezogen: Die Wirtschaft darf keine autonome Macht werden, und soll keine eigene Regeln erarbeiten. Die Wirtschaft ist ein von Gott gegebene Handelnsaufgabe. Insofern kann für die Christen das Wohlsein der Mitmenschen nicht gleichgültig sein.

Rijk van Walsem - Repräsentant SGP - hat durch seinem Referat "Wen interessiert? Armut in der modernen Gesellschaft“ über die wellenvolle Schicksaal der holländischen Armutsfürsorge und des sozialen Systems berichtet. Die auf der Bibel aufgebaute Diakoniearbeit wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vom Staat übernommen, heute aber möchte der Staat wieder die Kirche mit dieser Aufgabe beauftragen. 

Diese Arbeit wird heutzutage in den gut organisierten kirchlichen Institutionen mit der Hilfe des Staates gemacht. Insofern unterstützt der Staat finanziell in vielen Fällen die diakonische Arbeit, solange die Kirche für die taugliche Seite der Unterstützung, für die Tröstung sorgt.

Nach den holländischen Vorträgen im Rahmen der Besprechung - um die Übersetzung während der Konferenz hat Dr. Kállay Dezsõ Theologieprofessor gesorgt - sind die von Jan A. Schippers verteilte Zetteln ausgefüllt und dann ausgewertet worden.

"Heilig leben“ oder "gut leben“ - lautete in einem Vortrag - ist das widersprüchlich? Kann man die beiden nicht harmonisch zusammensetzen? - fragte ein Teilnehmer.

Ist es vorstellbar, dass die Kirche seine originale Macht in der EU wiederbekommt, da wo der christliche Charakter aus der Definierung der europäischen Bewusstsein fast ausgeschlossen ist? - lautete eine andere Frage.

Solange das "Heiligleben“ auf eine längere Perspektive zeigt, und das "Gutleben“ eine irdische Bewandtnis beschreibt, müssen wir die erste Lebensweise als wichtiger halten als die zweite. - antwortete Jan A. Schippers.

Die Kirche braucht in Europa keine Macht auszuüben, sondern soll Dienst erfüllen. - sagte das Schlusswort Rijk. Van Walsem.    

Der Vorsitzender - Kállay László - hat sich an den Gastreferenten bedankt, und druckte seine Hoffnung aus, dass die am Anfang erklärte Unterstützung seitens der SGP zur aktive Mitorganisierung mehrerer ähnlichen Konferenzen genügen wird.