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Interview mit Klaus Douglass am 03.09.2005 in Vajda

Balogh Barnabás

Könntest du dich selbst als Klaus Douglass und als Pastor vorstellen?

Klaus Douglass

Mein Name ist Klaus Douglass, ich bin morgen 47 Jahre alt, ich bin seit 16 Jahren Pastor der Andreas Gemeinde, in einem Vorort von Frankfurt. Seit etwas über 10 Jahren schreibe ich Bücher, und das hat mir die Möglichkeit gegeben, über unsere Gemeinde hinaus zu wirken. So das mein Dienst im Grunde genommen einen doppelten Schwerpunk hat: zum einen  in der Gemeinde, und zum anderer über die Gemeinde hinaus, in der Beratung in Fragen des Gemeindeaufbaus.

Balogh Barnabás

Wie bist du in Berührung gekommen mit der Reformierte Kirche in Ungarn und Studium Academicum, und was war deine erste Reaktion als du die Einladung erhalten hast?

Klaus Douglass

Ich dachte warum ausgerechnet Rumänien? Ich war über die Verhältnisse der Ungarischen Kirche, dass sehe Ich, ich sag mal in eine sehr-hehr großen Ablegern, in Rumänien hat, das war mir nicht bewusst, ich wusste das nicht. Ich war mir dessen bewusst, das es einen großen Kulturellen Unterschied gibt, auch einen Unterschied in der Mentalität.

"Egal warum ausgerechnet Rumänien“ bezog sich darauf - war jetzt in  keinster weise abwertend gemeint, sondern einfach wirklich eine Frage - warum nun Menschen von einer anderen Kultur, und auch noch einen Kirchen Kultur nun ausgerechnet meinen sich  Interesse zeigen können für meinen Buch und für meine Gedanken und meine Person.

Diese Überraschung war bereits letztes Jahr da. Ich kam in Berührung mit der Reformierten Kirche in Ungarn durch eine Einladung des "Kollegium Doctorum“ nach Budapest im August vergangenen Jahres. Da war plötzlich eine Einladung in die Slowakei ergeben wiederum ausgehend von der Ungarischen Kirche. Ich bin gespannt was für Wege Gott dort eröffnen wird. Ich genieße diese Erfahrung und finde es etwas ganz Wunderbares, dass auch eine Bereicherung für mich selber ist.

Balogh Barnabás

Kannst du deine Erwartungen formulieren, und die Art und Weise wie ihm entsprochen wurde? War diese Weise wie ein Sprung ins Wasser wo du nicht wusstest wie tief das Wasser ist bevor du springst?

Klaus Douglass

Letztes war’s in der Tat. Ich denke mal mein persönliches Risiko war relativ überblickbar, ich hatte erste Erfahrung letztes Jahr in Budapest gesammelt, wir hatten Zwischenzeitlich auch eine Delegation aus Budapest bei uns, das ich nicht völlig ahnungslos war, was mich erwarten würde, aber Budapest ist immer noch eine große Stadt, und ich habe mich letztes Jahr im akademischen Rahmen bewegt.

Hier bin ich nach Rumänien gegangen und verschiedene Landkreise und Pfarrerkreise und die waren noch jedes Mal etwas anders - ich sag mal - gefärbt, hatten eine andere Kultur, und das hatte mich hinter eine neue Sicht einstellen auf die Menschen.

Meine Erwartungen könnte ich überhaupt nicht formulieren. Ich bin sehr - sehr offen in diese Erfahrung hineingegangen, und ich hatte einfach nur die Hoffnung das Gott diese Reise segnen wird. In wieweit Gott diese Reise gesegnet hat, das wird sich in der Zukunft zeigen, aber ich habe ein gutes Gefühl. Einfach von den Rückmeldungen, von der Stimmung, von den Gesprächen die ich führen durfte. 

Balogh Barnabás

Könntest du die Offenheit oder Zurückweisung lokaler Pastoren charakterisieren die deine Seminare besucht haben?

Klaus Douglass

Ich halte sehr viele Seminare in Deutschland und in dem deutschsprachigen Ausland. Mir ist bewusst das Thesen wie ich sie formuliere nicht nur Freunde finden.

Ich kenne auch die Ängste, über den Kollegen zu kämpfen haben, wenn sie sich auf diese völlig neuen Gedanken und die Ermutigung oder Anregung zu neuen Strukturen einlassen. In so fern habe ich erwartet, oder habe ich nicht erwartet dass jeder Hurra rufen wird wenn ich komme.

Ich bin sehr positiv berührt von der Offenheit, von den freundlichen Rückmeldungen, und auch von der Bereitschaft dieser Veränderung die ich gespürt habe, sowohl in der Ungarischen Kirche in Ungarn als auch in Rumänien.

Natürlich gab es auch Widerspruch. Da wurde durchgehend wirklich und argumentativ formuliert, Kritik geäußert, aber die Art wie sie geäußert wurde war für mich absolut akzeptabel, denn ich glaube nicht dass "ich die Weisheit mit Löffel gefressen habe“ (wie man es in Deutschland nennt) und ich bin guter Gegenargumente jeder Zeit zu haben und bin auch dankbar, dass sie mir in meine eigene Standpunk zu überdenken und notfalls auch zu korrigieren. Also in so fern von der Art wie man mir begegnet das war’s das eine  absolut gute Erfahrung.

Balogh Barnabás

Würde dich überraschen, wenn nächstes Jahr die römisch - katholische oder die orthodoxe Kirche dir eine Einladung zu einem ähnlichen Zweck zusenden würde?

Klaus Douglass

Ich bin, das mancher staunen mag, öfters zur Gast, sogar im katholischen Priesterseminar habe ich gelehrt. In sofern ist die Zusammenarbeit mit Katholiken für mich kein großes Problem. Das katholische System ist ein anderes, denn manche Dinge sind katholischer seits sicherlich schwerer zu akzeptieren.

Ich vermute mal, dass sich dieses Problem noch einmal stärker stellt, wenn es um eine Begegnung mit der orthodoxen Kirche ginge. Mir ist aus Deutschland die orthodoxe Kirche wenig vertraut, sie spielt bei uns im Land eine sehr - sehr geringe Rolle.

Ich bin immer völlig überrascht wenn mich Menschen einladen, ich glaube ich kann mich auf Menschen einlassen, ich kann mich auf unterschiedliche Kulturen, einlassen. Ich würde eine solche Einladung wohlwollend prüfen, wohlwissend, dass es große Unterschiede gibt,  wohlwissend warum ich Evangelisch bin, warum ich protestantischer Theologe bin, aber wenn mich andere Denominationen einladen, nehme ich die Einladung zum Gespräch und zur Diskussion gerne an, und hoffe das es ein geschwisterliches Gespräch wird.

Balogh Barnabás

Hast Du  irgendeine Vision und Pläne  für die Zukunft, was eine weitere Zusammenarbeit oder eine Nachfolgeveranstaltung anbetrifft? Hast du es geschafft die Nöte und Bedürfnisse der Menschen und Pastoren zu begegnen und zu entsprechen in dieser Zeit?

Klaus Douglass

Die letzte Frage kann ich nicht beantworten, ich glaube es wird sehr - sehr stark darauf ankommen wie die Rückmeldungen sind. Ich habe mein Bestes gegeben, so wie ich immer versuche mein besten Menschen zu geben. Ob das jetzt wirklich für diese Menschen objektiv auch gut war, kann ich nur hoffen und glauben, aber das muss die Zeit zeigen.

Eine Vision oder Pläne für die Zukunft,  habe ich für mich noch nicht ausformuliert, wir haben ein Sprichwort in Deutschland, das heißt wer A sagt muss auch B sagen, dass bedeutet wenn man irgendwann einen Anfang gemacht hat, es ist nur konsekvent auf diesen Weg weiter zu gehen. Letztes Jahr war die erste Einladung in die Ungarisch Reformierte Kirche, jetzt die zweite, eben im rumänischen Raum, und eine Einladung in die Slowakei.

Es gibt Gespräche, wenn die Rückmeldungen entsprechen sind, den diesigen Besuch zu vertiefen zu wiederholen, ich bin auch in Gespräch mit der Universität Debrecen ob s hier vielleicht die Möglichkeit gibt mit Studenten einige diesen Gedanken zu teilen, dann - möchte ich nicht überstürzen - signalisiere aber meine prinzipielle Bereitschaft.